Bitcoins: Kurz erklärt

31. Mai 2021

Die meisten kennen Bitcoins und haben auch von Blockchain schon einmal etwas gehört. Doch die wenigsten wissen, wie Bitcoins, Blockchains & Co. funktionieren. Das liegt oft an schwer verständlichen Texten. Daher wird in diesem Beitrag leicht erklärt, was Bitcoins sind und wie sie übertragen werden. In einem zweiten Beitrag werden ausgewählte rechtliche Aspekte zu Bitcoins erläutert.

Lesedauer ca. 4 Minuten (790 Wörter)

Was sind Bitcoins?

Bitcoins sind eine Kryptowährung, die neben digitalen Token und Coins sog. Kryptowerte darstellen. Kryptowerte sind Dateien, denen ein gewisser Wert beigemessen wird und daher von vielen als Tausch- und Zahlungsmittel akzeptiert werden. In Deutschland sind Bitcoins kein anerkanntes gesetzliches Zahlungsmittel. Gleichwohl ist die finanzpolitische Bedeutung von Bitcoins seit dem Start im Jahr 2009 stark gewachsen. Daher zählt der deutsche Gesetzgeber Bitcoins genauso wie u. a. Wertpapiere und Vermögensanlagen zu den Finanzinstrumenten und unterwirft sie den Regelungen des Kreditwesengesetzes.

Bitcoins werden auf den Finanzmärkten gehandelt – der Marktwert von Bitcoins bestimmt sich also nach Angebot und Nachfrage. Gegenwärtig hat ein Bitcoin einen Marktwert von ca. 29.200 Euro. Wie andere Kryptowährungen auch (z. B. Ethereum oder Tether) basieren Bitcoins auf der sog. Blockchain-Technologie. Vereinfacht ausgedrückt: Blockchains vereinbaren in sich zwei grundlegende Bestandteile. Erstens handelt es sich bei Blockchains um ein dezentrales peer-to-peer-Netzwerk, an dem überwiegend private Akteure teilnehmen. Die Teilnehmer des Netzwerkes werden auch Nodes genannt. Zweitens wird jede Übertragung eines Bitcoins oder eines Bitcoin-Anteils an eine andere Person in der Blockchain gespeichert. Die Blockchain ist damit ein öffentliches Transaktionsregister, das – im Idealfall – die Nachverfolgung jeglicher Transaktionen möglich macht.

Wie werden Bitcoins übertragen?

Jeder, der Inhaber von Bitcoins ist, hat eine Wallet. Die Wallet ist ein digitales Konto, das über eine (oder mehrere), aber einmalige Bitcoin-Adresse verfügt und mit einem Private Key des Inhabers geschützt ist. Soll ein Bitcoin übertragen werden, geschieht das über die Wallets.

Möchte also Person A einen Bitcoin an Person B übertragen, findet zunächst eine umfangreiche Überprüfung statt. Es wird geprüft, ob Person A der Bitcoin überhaupt zusteht. Dazu wird in dem Bestandteil des Transaktionsregisters der Blockchain die „Geburt“ und der Werdegang des Bitcoins bis hin zu Person A nachverfolgt. Ging der Bitcoin bereits durch viele Hände bzw. Wallets, dauert die Nachverfolgung, weil jede einzelne Inhaberschaft überprüft werden muss.

Die Prüfung wird weder von Person A noch von der empfangenen Person B durchgeführt, sondern erfolgt durch die übrigen Teilnehmer des Netzwerkes. Erst wenn eine Mehrheit der Nodes bestätigt, dass die Person A der legitime Inhaber des Bitcoins ist, wird die Übertragung freigegeben. Denn jeder Node hat die Blockchain, oder zumindest relevante Teile hiervon, zur Überprüfung auf seinem Rechner gespeichert. Stand heute sind dies immerhin knapp 400 Gigabyte. Dass möglichst viele Nodes eine Transaktion jeweils bestätigen müssen, verleiht der Blockchain-Technologie ihre bekannte Sicherheit.

Blockchain wächst ins Unendliche

Wird die Übertragung freigegeben, erfolgt der letzte Akt der Übertragung. Und zwar wird der Transaktionshistorie des Bitcoins durch ein neues Kopfelement bzw. ein neuer Block aufgesetzt. Der Block enthält alle erforderlichen Angaben, damit Person B seine von Person A erlangte Inhaberschaft am Bitcoin nachweisen kann. Gibt Person B sein Bitcoin an Person C weiter, wird der Transaktionshistorie des Bitcoins schließlich ein weiterer Block hinzugefügt. Auf diese Weise kann die Blockchain ins Unendliche wachsen.

Die neuen Blöcke werden in einem mühsamen kryptographischen Verfahren produziert, das Mining genannt wird. Dabei stößt das Blockchain-System an die Grenzen des Faktischen: Denn das Mining benötigt enorme Rechnerleistungen und verbraucht viel Strom. Dieser Bedarf an Ressourcen wird mit jeder Transaktion noch gesteigert, da die Nachverfolgungen mit jeder Transaktion immer länger werden. Dafür, dass die benötigten Ressourcen auch zur Verfügung gestellt werden, sorgt ein ausgeklügeltes Belohnungssystem.

Die endliche Belohnung

Die Blockchain-Technologie setzt voraus, dass manche Netzwerk-Teilnehmer sich auf das Mining spezialisieren. Anders würde das System schwerlich funktionieren. Als Gegenleistung erhalten die Mining-Nodes Bitcoins. Bis November 2012 waren es für jeden generierten neuen Block noch 50 Bitcoins. Seit Mai 2020 sind es „nur“ noch 6,25 Bitcoins. Das bedeutet auch, dass bei jeder Transaktion eines Bitcoins neue Bitcoins generiert werden müssen, damit sich das Mining lohnt.

Doch das intrinsische Belohnungssystem von Bitcoin ist endlich. Denn es gibt eine Maximalgrenze von ca. 21 Millionen Bitcoins – mehr soll es nicht geben. Der Grund für die Maximalgrenze liegt darin, dass damit das Inflationsrisiko ausgeschlossen werden soll. Gegenwärtig sind bereits ca. 17.600.000 Bitcoins im Umlauf. Es bleibt also spannend, wie das Belohnungssystem ausgestaltet sein wird, wenn die Maximalgrenze der Bitcoins erreicht sein wird. Die kostspieligen Transaktionen bleiben ja bestehen, ohne dass dann Bitcoins zu verdienen wären. Wer also Bitcoins schürfen möchte, sollte zügig damit beginnen.

Sie sind Inhaber von Bitcoins oder Ethereum und kommen aus Kiel oder Schleswig-Holstein? Oder kommen Sie aus dem übrigen Bundesgebiet und haben Fragen zu Kryptowährungen? Dann nehmen Sie gerne unter info@anwalt-daum.de Kontakt zu mir auf.

Dr. Oliver Daum, Anwalt für Kryptowährungen

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